Alarmübung an der Wünsdorfer Oberschule

Hat irgendjemand in Sachen Brandschutz an Schulen etwas nicht kapiert, wenn eine Rektorin ihre Schüler ausdrücklich zum Bleiben im Klassenraum auffordert? Wenn die Rektorin in ihrem Zimmer bleibt, wo doch aus dem Schulflur bedrohlich Brandgeruch und Rauch durch die Ritzen der Tür dringen? Und wenn die Computerstimme der Alarmanlage ganz im Gegensatz zu dieser Aufforderung eindringlich mahnt: „…bitten Sie, das Gebäude zu verlassen! Bitte benutzen Sie hierfür alle verfügbaren Ausgänge…“?

 

 

Nein, im Gegenteil! Da hat jemand kapiert und erinnert, dass bei der Brandschutzinformation darauf hingewiesen wurde, dass häufig der giftige Rauch eines Brandes für die Betroffenen gefährlicher ist, als die Flammen, dass mehr Opfer in solcher Situation ersticken als verbrennen. Deshalb konnte auch bei dem geprobten Ernstfall die Rektorin aus ihrem „Rauchgefängnis“ wohlbehalten gerettet werden und wäre, wie Feuerwehr und Schulträger zufrieden feststellten, auch im echten Brandfall wohlbehalten aus Brand und Einsatz herausgekommen. Das von Silvio von Lützow (stellv. Ortswehrführer Wünsdorf ) erdachte Szenario wurde an der Oberschule Wünsdorf im Mai simuliert. Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Zossen führten die Rettung von mehreren Schülern und der Rektorin Ines Moes aus einem Unterrichtsraum im 2. Stockwerk des Schulgebäudes durch, denen der Fluchtweg durch den verrauchten Flur abgeschnitten war. Wobei es natürlich auch als Erfolg zu werten ist, wenn einzelnes Fehlverhalten bemerkt, analysiert und für die Zukunft korrigiert Werden kann. Denn auch, wenn sich für die Zukunft natürlich niemand einen Ernstfall wünscht, hofft dennoch jeder, dass alle optimal darauf vorbereitet sind und hier eben nicht nur die Retter, sondern auch die dann zu Rettenden. In der Hoffnung, dass auch die ganze Schulklasse, die bei der Übung noch meinte, sich alleine durch den verrauchten Flur zu retten, in Zukunft weiß, dass dieser Rauch im Ernstfall tödlich ist. Bei der Alarmübung kam deshalb bei dem vorliegenden Szenario auch aufwändige Atemschutztechnik zum Einsatz. Für den Schulträger Stadt Zossen beobachtete Bürgermeisterin Michaela Schreiber das Geschehen. Eine Auswertung der Feuerwehr, zunächst mit Lehrern, dann auch mit Schülern, findet in nächster Zeit statt. Die in Sicherheit gebrachten Schüler fanden besonders aufregend, dass zwei von ihnen in der Simulation zunächst als vermisst galten, den Lehrern war bei diesem Umstand sichtbar mulmig, vor allem, solange das Geschehen für sie auf echten Alarm hindeutete.